Am 29.01.2026 war es wieder einmal soweit. In Erinnerung an die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags, den Charles de Gaulle und Konrad Adenauer 1963 unterzeichnet haben, fand in unserer Schule ein Deutsch-Französischer Tag statt. Offiziell ist der Deutsch-Französische Tag am 22 Januar.
Die beiden Französischkurse der elften und zwölften Jahrgangsstufe hatten an diesem Tag, beziehungsweise in dieser Woche keinen normalen Französischunterricht, sondern setzten sich in einem Atelier unter dem Motto „Die Rolle Frankreichs in der Europäischen Union“ mit unserem Nachbarland und seiner Rolle in der EU auseinander.
Zunächst beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Territorialreform in Frankreich und sollten sich durch eine Perspektivübernahme überlegen, wie es Ihnen mit einer solchen Veränderung selbst ergehen würde. Für viele Franzosen war nämlich 2016 durch die Fusion einiger Regionen ihre regionale Identität und Geschichte in Gefahr. Die Verringerung der Regionenanzahl von 22 auf 13 Regionen zielte auf politischer Ebene darauf ab, effizienter und wettbewerbsfähiger zu werden und weniger Verwaltungskosten zu haben. Diese Dezentralisierung führte aber auch dazu, dass die Regionen viel mehr Befugnisse als vorher haben sollten. In der Vergangenheit war Frankreich bekanntermaßen stark zentralistisch geprägt und Paris war das unbestrittene Machtzentrum, das die Wirtschaft, die Politik und die Kultur des gesamten Landes gesteuert hat.
Daraufhin wurde die Europäische Union etwas näher beleuchtet. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten, dass die EU rund 450 Millionen Einwohner hat und der Europatag alljährlich am neunten Mai stattfindet. Die zwölf goldenen Sterne auf der Flagge der EU repräsentieren Einheit und Harmonie zwischen den Völkern Europas. Das Motto „In Vielfalt geeint“ drückt gleichermaßen aus, dass die Vielfalt als Stärke und Bereicherung der EU angesehen wird. Die offizielle Hymne der europäischen Union ist die „Ode an die Freude“.
Im Anschluss daran konnten die beiden Französischkurse mit Hilfe zweier Infographien erarbeiten, welche Rolle Frankreich in der Europäischen Union spielt. So trägt unser Nachbarland beispielsweise mit einer Fläche von 15,11 Prozent der Gesamtfläche der EU circa 16,4 % zum gesamten EU-Bruttoinlandsprodukt bei. Deutschland hingegen hat lediglich knapp 8,46 % der gesamten EU-Fläche und trägt ungefähr 24 % zum EU-Bruttoinlandsprodukt bei.
Zu guter Letzt sollten sich die Schülerinnen und Schüler überlegen, warum man auch davon spricht, dass Frankreich und Deutschland als „Motor der EU“ gelten. Die historische Aussöhnung der beiden Länder nach dem Zweiten Weltkrieg gilt als Symbol für Frieden und Zusammenarbeit in Europa. Frankreich und Deutschland sind seit der ersten Stunde Mitglieder der EU und übernehmen eine politische Führungsrolle in Sachen EU-Reformen. Darüber hinaus stellen sie zusammen einen großen Teil der EU-Bevölkerung und des EU-Bruttoinlandsprodukts. Ihre Stimmen haben dementsprechend ein großes Gewicht in EU-Institutionen, wie beispielsweise dem Rat der EU.




