
Donnerstagabend, kurz vor 19 Uhr im Volkshaus: Gespannte Eltern, Großeltern, Geschwister, Lehrkräfte und vor allem fast 120 mitwirkende Schülerinnen und Schüler machen sich bereit für den Beginn des kulturellen Highlights am Henfling-Gymnasium: der Seebeckabend.
Dem Moderatorenduo Lina Marie Dietl und Balthasar Lienert gelingt es von Anfang an, souverän, unterhaltsam und sehr sympathisch durch das Programm zu führen. Bereits zu Beginn betonen sie, dass es neben einigen „Wiederholungstätern“ auch viele Schülerinnen und Schüler heute Abend zum ersten Mal auf der Bühne stehen werden. Unter ihnen ist Amélie Becker aus der Klasse 6, von deren großer Aufregung während ihres Klaviersolos nichts zu merken ist. So wie sie ernten auch Richard Braun, Anna-Sofie Schröder und Dana Anschütz, die sogar eine selbst komponiertes Lied spielt, für ihre musikalischen Beiträge am Klavier großen Applaus. Arthur Gries begeisterte, begleitet von seinem Vater am Klavier, mit seinem Können an der Trompete. So wie er, wird auch das Klarinettentrio, das aus Marike Nuhn, Natalie Krosse und Ella Rust besteht, am Max-Reger-Konservatorium unterrichtet und haben an diesem Abend die Gelegenheit zu zeigen, wofür sie sich außerhalb der Schule begeistern und engagieren.
Und so bringt so mancher Beitrag Talente ans Licht, die für viele Gäste eine wirkliche Überraschung sind. Dustin Wiegand aus Klasse 6 performt einen selbst geschriebenen Rap-Song und stellt durch Publikumsbeteiligung sicher, dass jeder nun seinen Namen kennt und dieser hoffentlich bald durch alle Medien schallt. Marie Schmidt aus Klasse 10 begeistert mit ihrem eigenen Lied „Papersh!t“ und anschließend mit einer Coverversion von „Teenage Dirtbag“, das sie gemeinsam mit der neu gegründeten Schulband spielt. Johanna Köllner spielt Bass und Lara Viktoria Voigt sitzt am Schlagzeug. Die drei Musikerinnen ernten völlig zu Rest schallenden Beifall.
Ihr tänzerisches Können zeigen Anasatsia Voigt, Josefine Hennings und Lena-Michelle Müller, die mit ihren Beiträgen eine Mischung aus modernem Tanz und Ballett das Publikum zum Jubeln bringen. Melia Strohbusch und Valerie Nowak trainieren in der Tanzschule „Chance to dance“ und ernten für ihre Hip-Hop-Performance großen Applaus. Und dann sind da noch die „Beat-Teens“, die Tanz-AG des Henfling-Gymnasiums, die von Luise Kraus, Annabel Täubert und Patricia Hartmann trainiert wird. Selbstbewusst und ausdrucksstark zeigen sie mit zwei Tänzen, dass sie sowohl temporeiche Popnummern als auch gefühlvolle Balladen hervorragend tänzerisch umsetzen können. Mit ihren effektvollen POIs überzeugen Inga Franz, Antonia Gaßdorf und Luise Seidelmann die Gäste des Abends.
Ruhigere und nachdenklichere Töne werden während der Rezitationen von Ylvie Wirthwein und Josefine Hennings angeschlagen. In sehr persönlichen Texten teilen sie ihre Gedanken rund um dem Schulalltag, das Abitur, den Druck, hohe Ansprüche und die Angst vor dem Scheitern. Josefine wünscht sich Schule als Ort, „in dem niemand untergeht“ und spricht damit sicherlich allen Anwesenden aus der Seele. Die Klasse 9/2 erinnert mit ihrer bewegten Präsentation zu Stefan Zweigs „Ungeduld des Herzens“ von 1938 eindringlich daran, wohin der Egoismus der Menschen führen kann.
Auch der vom Darstellen-und-Gestalten-Kurs der Klasse 10 unter der Leitung von Frau Hanf vorgetragene Prolog ihres Stückes „was.zählt“, mit dem der Kurs bei den diesjährigen Schultheatertagen teilnehmen wird, bringt das Publikum zum Nachdenken darüber, ob es „die Stillen“ oder „die Lauten“ sind, die in der Gesellschaft gehört werden sollten.
Humorvoller geht es da im Darstellen und Gestalten – Kurs der Klassenstufe 11 zu. „Der Hase im Rausch“ und eine Szene aus „Der eingebildete Kranke“ bringen das Publikum zum schmunzeln. Um einen Hasen geht es auch in der Rezitation der Lateingruppe Klasse 6, bei dem das Publikum den auf Latein vorgetragenen Text mithilfe der gezeigten Bildern entschlüsseln kann.
Eine etwas andere Interpretation von Goethes „Erlkönig“ bietet Alaa Anis aus Klasse 7 und erntet durch vollen Körpereinsatz die wohl größten Lacher des Abends.
Für besonders emotionale Momente sorgt der Pop-Chor unter der Leitung von Nina Hanf. Schulleiter Olaf Petschauer nutzt die Gelegenheit, der langjährigen Leiterin Indira Hirn für ihre Verdienste zu danken und der Chor unterstützt diesen Dank durch seine Interpretation von „Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller.
Den größten Chor gibt es am Ende des Abends, als Nina Hanf, die den Abend erneut mit viel Herzblut auf die Beine gestellt hat, alle am Programm Beteiligten auf die Bühne ruft und auch das Publikum dazu animiert, gemeinsam „All you need is love“ zu singen. Und so wird der Abend mit einer Botschaft beendet, die sich in vielen Beiträgen direkt oder indirekt gezeigt hat und für die Gäste nachhallt. Eine schulische Veranstaltung, in der es nicht darum geht, Fehler anzustreichen, sondern darum zu sehen und wertzuschätzen, was die Schülerinnen und Schüler wirklich gut können.



