Die Gründung unserer Bildungseinrichtung liegt schon lange zurück.

Lateinschule

1. Die Lateinschule

hat ihre Wurzeln in der mittelalterlichen Stadtschule, ist ein Teil von ihr. Damit ergibt sich die Frage:"Seit wann besteht überhaupt in Meiningen eine Schule?" Die ältesten Zeugnisse für das Vorhandensein einer Schule sind folgende: 1255 wird in einer Urkunde des Klosters Rohr der erste Meininger Lehrer genannt: "Cunradus Scolasticus in Meinungen." 1336 wird in zwei Urkunden des gleichen Klosters ein "Johannes, rector scholarum in Meiningen" erwähnt. In Güth'Cs Chronik werden weiter ausgeführt: 1390 "Hermannus Gottfridi, rector parvulorum", 1400 ein Lehrer "Tylo", 1462 "Sebastian Fleischmann, Baccalaureus artium, rector ludi Meiningensis".

Der Übergang von der Stadtschule (Trivialschule) zur Lateinschule ist gegeben:

1510 durch die humanistische Reform der Meininger Stadtschule unter Balthasar Regler. (Die Scripta Erasmi sollen unter die Jugend gebracht werden.") 1544 Schulvisitation unter Joh. Förster. Es wird für zwei akademisch gebildete Lehrer der Lateinschule eine feste Bezahlung ausgesetzt. Von 1544 sind uns die Namen der Rektoren und Lehrer fast ausnahmslos bekannt. (V gl. Aufzeichnungen bei Güth und Weinrich!) 1555 Neue Schulvisitation durch Superintendent Fischer aus Schmalkalden. (In die gleiche Zeit fällt die erste Nachricht von einer Mädchenschule in Meiningen., Eucharius Kühn wird als erster Lehrer genannt.) 1598 Von diesem Jahre ab sind uns die Schulalben (Verzeichnis der Lehrer und Schüler) erhalten. 1598 Rektor Keßler nimmt das Griechische in den Lektionsplan auf. 1632 Hebräisch, Rhetorik und Logik werden Lehrgegenstand (Rektor Linck 1632/36). 1639/49 Besonders trübe Zeiten für die Schule. Unterricht fällt sehr häufig aus, im Winter ganz. Konrektor Meder gibt wegen Zurückbleibung der Besoldung" seine Stelle auf. Die Stelle des Quartus (d.h. vierten Lehrers) bleibt "wegen des leidigen Kriegswesens und Zurückbleibung der Besoldung" unbesetzt. 1652 Hennebergische Schulvisitation zur Beseitigung der durch den Krieg entstan­denen Unordnung. Johann Sebastian Güth ist von 1652/57 Rektor der Schule. 1705 Die Schule wird am 4. November zum Lyceum illustre erhoben. 1712 Weinrich fügt dem Linck'schen Lehrplan noch Geographie, Genealogie und Literatur als Unterrichtsgegenstände hinzu. 1720 Der große Wohltäter der Schule Johannes Ernst Henfling (geb. 13. März 1691) stirbt am 31. August. Er hinterläßt sein ansehnliches Vermögen dem Lyceum mit der Bestimmung, eine weitere Schulklasse aufzubauen und im Henfling­Hause (Kaplaneigasse) ein Konvikt für ärmere Schüler einzurichten. 1729 tritt die Bestimmung des Testaments in Kraft. "" 1730 Eck führt Geschichte als Lehrfach ein. Stundentafel der Prima Lycei illustris: Latein 14 Stunden, Griechisch 3, Religion 3, Hebräisch 2, Musik 4, Logik 2, Arithmetik 1, Weltgeschichte 1 Stunde. 1758 Die Henfling'sche Stiftung wird durch das Erck-Straußische Vermächtnis erwei­tert. 1791/99 Schulreform unter Konrad Schaubach. Unterklassen der Schule wurden als Bürgerschule geführt. Es gibt zwei Tertien: eine deutsche und eine Latein-Tertia. Das Lyceum beginnt mit der Latein-Tertia und führt dann weiter die Secunda die Prima und die Selecta. Stundentafel der Selecta: Latein 8, Griechisch 4, Hebrä­isch 2, Religion 2, Deutsch 2, Geschichte 2, Mathematik 2, Physik 2, Philo­sophie 2 Stunde.